Vormittags ein Termin in der Altstadt, mittags ein Gespräch in einem Winzerdorf am Hang, am Nachmittag eine Besichtigung zwischen Feldern in der Rheinebene, und alles innerhalb derselben Stadtgrenze: Die Offenburger Stadtteile sind so verschieden, dass man beim Wohnungs- oder Haussuchen fast von mehreren Städten sprechen könnte. Offenburg ist mit rund 60.000 Einwohnern das Oberzentrum der Ortenau und Sitz des Landratsamts. Die Stadt liegt dort, wo Kinzig- und Renchtal auf den Rand des Schwarzwalds treffen.
Wir sind fast täglich in Offenburg unterwegs. Deshalb hier ein Rundgang, der zeigt, wie unterschiedlich man in dieser Stadt wohnen kann.
Die Kernstadt: Geschichte und kurze Wege
Offenburg wird 1148 erstmals erwähnt und war bereits ab 1240 Freie Reichsstadt. Erst unter Napoleon kam die Stadt zum Großherzogtum Baden. Diese Geschichte prägt die Altstadt bis heute. Ein Ort hat dabei Bedeutung weit über die Ortenau hinaus: Im Salmen wurden im September 1847 die „Forderungen des Volkes“ verkündet, eine der frühesten Forderungen nach Demokratie in Deutschland.
Zur Kernstadt gehören neben dem Zentrum auch Albersbösch, Hildboltsweier und Uffhofen. Wer hier wohnt, hat Behörden, Einkauf und Ärzte meist zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Das Angebot reicht vom Altbau in der Innenstadt bis zu neueren Geschossbauten am Rand der Kernstadt.
Der Bahnhof als Argument
Für viele Pendler ist der Offenburger Bahnhof der eigentliche Grund für die Stadt. Er liegt rund einen Kilometer nördlich der Altstadt und ist einer der wichtigsten Knoten in Südbaden: Hier kreuzt die Rheintalbahn zwischen Mannheim und Basel, und hier beginnt die Schwarzwaldbahn Richtung Konstanz. Wer in Karlsruhe, Freiburg oder im Kinzigtal arbeitet, hat von Offenburg aus kurze Wege in alle Richtungen.
Die Weinorte am Schwarzwaldrand
Im Osten steigt das Gelände an, und dort liegen die Stadtteile, an die viele zuerst denken, wenn sie von Offenburg schwärmen.
- Zell-Weierbach liegt in den Ausläufern des Schwarzwalds, nur etwa einen Kilometer vom Zentrum entfernt, und gehört seit dem 1. Januar 1971 zu Offenburg. Gewachsene Einfamilienhausgebiete und Reben prägen das Bild.
- Rammersweier schließt sich im Norden an. Der Ort ist ruhig, familienfreundlich und bei Suchenden entsprechend gefragt.
- Fessenbach liegt im Süden von Zell-Weierbach am Hang, mit Blick über die Rheinebene. Zur Ortschaft gehören auch kleine Wohnplätze wie Albersbach und der Rießhof.
Wer hier sucht, sucht meist Haus und Garten, Weinberglage und Ruhe, mit der Innenstadt trotzdem in Radnähe.
Die Dörfer in der Rheinebene
Westlich und nördlich der Kernstadt wird es flach, und das Leben wird dörflicher. Bohlsbach, Griesheim, Waltersweier und Weier sind gewachsene Orte mit vielen Bestandshäusern, Gärten und Feldern direkt am Ortsrand. Im Nordwesten liegen Bühl und Windschläg, beide mit eigenem Charakter und kurzen Wegen in die Stadt.
Im Süden schließlich liegen Elgersweier und Zunsweier, Zunsweier mit Wohnplätzen wie Hagenbach und dem Rütihof. Von hier ist man schnell in den Nachbargemeinden, etwa in Hohberg oder Ortenberg, das mit seinem Schloss den Eingang ins Kinzigtal markiert.
Eigene Ortschaftsräte
Eine Besonderheit verbindet die elf Stadtteile, die in den 1970er-Jahren zu Offenburg kamen: Jeder hat einen eigenen Ortschaftsrat mit Ortsvorsteher. Das merkt man im Alltag. Vereine, Feste und Dorfleben sind lebendig, und viele Bewohner fühlen sich zuerst als Fessenbacher oder Griesheimer und dann als Offenburger.
Welcher der Offenburger Stadtteile passt?
In unseren Gesprächen zeigt sich ein klares Muster:
- Kernstadt: für alle, die kurze Wege, Bahnanschluss und eine Wohnung suchen.
- Weinorte am Hang: für Familien und Paare, die Haus, Garten und Aussicht möchten.
- Dörfer in der Ebene: für alle, die Platz, Bestandshäuser mit Charakter und Dorfgemeinschaft schätzen.
Hilfreich ist, vor der Suche drei Fragen zu klären: Wie oft fahre ich mit der Bahn? Wie wichtig ist mir ein Garten? Und möchte ich Stadt oder Dorf vor der Haustür? Mit diesen Antworten wird aus der großen Stadt schnell eine überschaubare Auswahl.
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