Die zweite Besichtigung — warum der zweite Blick der ehrlichere ist

Beim ersten Termin entscheidet das Gefühl, beim zweiten der Verstand. Was man beim Wiedersehen mit einem Haus mitbringen sollte — und zu welcher Tageszeit man kommt.

Die zweite Besichtigung — warum der zweite Blick der ehrlichere ist

Ein Ehepaar stand vor einigen Wochen zum zweiten Mal in einem Haus in der Offenburger Oststadt, diesmal an einem Dienstagmorgen um halb acht. Beim ersten Termin am Samstagnachmittag hatte die Sonne durch die Wohnzimmerfenster gestanden und alles golden gemacht. Jetzt hörten sie den Verkehr auf der Zufahrtsstraße, sahen, wo der Schulweg entlangführt, und stellten fest, dass die Küche vormittags Licht von zwei Seiten bekommt. Sie kauften das Haus — mit deutlich mehr Sicherheit als nach Termin eins.

Der erste Termin gehört dem Gefühl

Das ist keine Schwäche, sondern menschlich. Beim ersten Rundgang nimmt man Atmosphäre auf: Wie riecht das Haus, wie klingt der Boden, wie fällt das Licht. Diese Eindrücke sind wertvoll, weil sie ehrlich sind — nur beantworten sie eben andere Fragen als die, die vor einem Kauf zu klären sind.

Deshalb empfehlen wir bei jedem Objekt, das in die engere Wahl kommt, einen zweiten Termin. Er kostet eine Stunde und schafft die Grundlage für eine Entscheidung, die zwanzig Jahre trägt.

Kommen Sie zu einer anderen Tageszeit

Der wirksamste Einzelhebel. Ein Haus zeigt an einem Werktagmorgen ein anderes Gesicht als am Sonntagnachmittag:

Bringen Sie ein anderes Paar Augen mit

Beim zweiten Termin darf und soll Begleitung dabei sein. Das kann eine Person aus der Familie sein, häufig ist es sinnvoller, jemanden mit Fachblick mitzunehmen: einen Handwerker, einen Architekten, einen Bausachverständigen. Wir organisieren solche Termine regelmäßig und geben dafür so viel Zeit, wie gebraucht wird.

Der Unterschied zeigt sich meist innerhalb der ersten zehn Minuten. Wo Laien eine schöne Diele sehen, sieht der Zimmermann die Deckenbalkenrichtung. Wo ein Bad frisch gefliest wirkt, prüft der Sanitärfachmann die Steigleitungen.

Diese Stellen schauen wir uns gemeinsam an

Bei Bestandshäusern lohnt der genaue Blick an immer denselben Punkten:

Von unten nach oben

Keller zuerst: Salzränder am Mauerfuß, Geruch, Zustand der Bodenplatte. Dann die Haustechnik — Baujahr des Wärmeerzeugers, Zustand von Elektroverteilung und Leitungen. Danach die Hülle: Fenster, Dach, Rinnen, Anschlüsse an Schornstein und Gauben.

Hinter die Möbel schauen

Ein Schrank an einer Außenwand steht dort manchmal aus gutem Grund. Fragen Sie ruhig, ob man einen Blick dahinter werfen darf — bei ehrlich vermarkteten Objekten ist das selbstverständlich.

Die Unterlagen mitnehmen

Grundriss, Wohnflächenberechnung, Energieausweis, Nachweise über Modernisierungen, Wartungsprotokolle. Diese Papiere gehören zu einem seriösen Termin dazu, und wir halten sie bereit, bevor gefragt wird.

Auch das Umfeld verdient einen zweiten Termin

Ein Haus steht in einer Straße, die Straße in einem Ort. Fahren Sie die Wege ab, die Sie täglich fahren würden: zur Arbeit, zum Bäcker, zur Schule. Zehn Minuten Unterschied bei der Fahrt zum Bahnhof merkt man jeden Werktag.

Die Ortenau ist dafür ein besonders lohnendes Beispiel, weil die Orte sich stark unterscheiden. In Gengenbach prägt die Altstadt mit ihren kurzen Wegen den Alltag, in Schutterwald die Nähe zu Offenburg bei ruhiger Ortslage, in Kehl die Straßenbahnverbindung nach Straßburg. Welcher Zuschnitt zu einem Haushalt passt, zeigt sich erst beim zweiten Hinsehen.

Die Fragen, die beim zweiten Mal fällig sind

Auf diese Fragen bereiten wir unsere Verkäufer vor. Klare Antworten schaffen Vertrauen und beschleunigen den Verkauf, weil sie Unsicherheit aus dem Gespräch nehmen.

Unser Eindruck

Die zweite Besichtigung ist der Termin, bei dem aus Verliebtsein Klarheit wird. Manchmal bestätigt sie den ersten Eindruck und macht die Entscheidung leicht. Manchmal führt sie dazu, weiterzusuchen — und auch das ist ein gutes Ergebnis, denn es passiert vor dem Notartermin.

Wenn Sie ein Objekt aus unserem Bestand ein zweites Mal sehen möchten, sagen Sie einfach Bescheid. Wir kommen gern noch einmal mit — auch früh am Morgen.