Vor zwei Jahrzehnten war das Ankleidezimmer ein Statussymbol. Heute ist es in vielen Häusern und größeren Wohnungen Standard. Wir zeigen, wie sich das Konzept entwickelt — und worauf Käufer achten.
Was ein gutes Ankleidezimmer auszeichnet
- Mindestgröße von 6 m², besser 8 – 10 m²
- Direkte Verbindung zum Schlafzimmer oder Bad
- Tageslicht über Fenster, wenn möglich — sonst sehr gute Kunstlichtplanung
- Belüftung gegen Mief und Feuchtigkeit
- Ordnungssystem mit ausreichend Kleiderstangen, Schubladen, Schränken
Ein Ankleidezimmer ohne Tageslicht funktioniert auch — wenn die Beleuchtung farbecht ist.
Warum es so beliebt geworden ist
Drei Gründe für die Verbreitung:
- Mehr Kleidung pro Person — wir besitzen statistisch dreimal so viel wie 1990
- Größere Wohnungen — durchschnittliche Wohnfläche steigt seit Jahrzehnten
- Stress-Reduktion im Alltag — anziehen ohne den Partner zu stören
Wie es umgesetzt werden kann
Als eigener Raum
Klassisch und stilvoll. Braucht Platz, ist aber das Idealbild — abschließbar, sortiert, ruhig.
Als begehbarer Schrank zwischen Schlafzimmer und Bad
Pragmatisch und intelligent — auf dem Weg vom Schlafen zum Duschen liegen die Kleider griffbereit.
Als offene Lösung im Schlafzimmer
Mit halbhohen Trennwänden oder Vorhängen. Funktioniert, wenn beide Partner ähnlichen Ordnungssinn haben.
Als Schrankwand-Lösung
Wenn kein Platz für separaten Raum ist — eine durchdacht geplante Schrankwand erfüllt zu 80 % den Zweck eines Ankleidezimmers.
Was Käufer wirklich wertschätzen
In Beratungsgesprächen hören wir:
- „Wir wollen uns morgens nicht über Sockenstapel streiten."
- „Ich brauche Platz für Anzug und Sportkleidung getrennt."
- „Kinderkleidung soll nicht durchs ganze Haus laufen."
Das sind alltagstaugliche Argumente. Ein Ankleidezimmer ist kein Luxus — es ist gelebter Komfort.
Bei der Vermarktung
Ein Ankleidezimmer wird im Exposé klar herausgestellt. Es ist eines der Features, die Käufer suchen — und das in der Suchmaske eingegeben werden kann.
Wenn ein Schlafzimmer mit Schrankwand vorhanden ist, bezeichnen wir das nicht als „Ankleidezimmer". Das wäre Etikettenschwindel und enttäuscht bei der Besichtigung. Ehrlichkeit lohnt sich auch hier.
Unser Tipp
Wer ein Haus oder eine Wohnung plant zu bauen: Den vierten Schlafraum lieber kleiner planen und ein eigenes Ankleidezimmer einbauen. Die Wertsteigerung gegenüber einem winzigen 4. Zimmer ist meist deutlich.